Zahnprothesen Versicherung – Was Sie wissen müssen

Wenn sie einige oder gar alle natürlichen Zähne verlieren, stellen sie sich sicher die Frage, welcher Zahnersatz ist der Richtige? Leider müssen Sie sich auch die Frage stellen, was kostet der Zahnersatz und was übernimmt meine Versicherung. Im folgenden Artikel erklären wir Ihnen, was eine gute Zahnprothesen Versicherung ausmacht.

Gibt es eine spezielle Versicherung für Zahnprothesen?

Gewöhnlich spricht man nicht von einer Versicherung für Zahnprothesen, sondern von einer Zahnzusatzversicherung. Die Zahnzusatzversicherung ist keine losgelöste Versicherung, die Versicherung ist eine Erweiterung ihres allgemeinen Krankenkassenschutzes. Mit einer Zahnzusatzversicherung sichern Sie sich gegen hohe anfallende Kosten durch einen Zahnersatz, Implantate oder auch Zahnprothesen ab, die die gesetzliche Krankenkasse nicht trägt.

Das Besondere an Zahnzusatzversicherung ist, dass jede auf dem Markt erhältliche Versicherung andere Schwerpunkte setzt. Suchen Sie eine Versicherung für Zahnprothesen, dann schlagen wir ihnen im weiteren Beitrag zwei geeignete Zahnprothesen Versicherungen vor, die Ihnen helfen.

Zahnprothese Kosten

Bevor wir aber über die Versicherungen reden, sollten wir vorab klären, was gibt es für Zahnprothesen und welche Kosten kommen in Regel auf Sie zu.

Vollprothese

Wenn ein komplettes Ober- oder Unterkiefergebiss ersetzt werden muss, wird eine Vollprothese eingesetzt. Die Vollprothese ist eine der günstigsten Prothesen, da sie am einfachsten herzustellen und anzupassen ist. Das liegt daran, dass der komplette Kiefer zahnlos ist und dadurch wenig individuelle Anpassungen nötig sind. Dadurch ist das Honorar für den Zahnarzt geringer. Darüber hinaus sind die Labor- und Materialkosten für Vollprothesen tendenziell gering.

Die Unterkieferprothese ist hierbei generell etwas günstiger als die Oberkieferprothese. Für die Oberkieferprothese ist mehr Arbeitsaufwand notwendig um einen optimalen Halt zu erhalten.

Eine Vollprothese kostet zwischen 500 – 1.000 Euro pro Kiefer.

Von diesen Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenkasse einen Festzuschuss von 60 bis 75 % der Kosten je nach Härtefall und Vorgeschichte. Das heißt, der Eigenanteil liegt bei einer Totalprothese bei 150 bis etwa 400 Euro pro Kiefer. Je nach Modell können die Kosten nach oben abweichen.

Wenn Sie eine neue Zahnprothese haben, dann empfehlen wir Ihnen unsere Top7 Zahnprothesenpflege Tipps anzusehen.

Teilprothese

Haben Sie noch natürliche Zähne im Gebiss, ist eine Teilprothese notwendig. Diese Teilprothese schließt z.b. große Zahnlücken im Backen- oder Frontalbereich oder ersetzt gesamte Zahnbereiche, wie wenn zum Beispiel alle Backenzähne fehlen.

Bei Teilprothesen gibt es zwei Formen, zum einen die Klammerprothese und die Telesekopprothese.

Klammerprothese

Die Klammerprothese galt als Standardprothese für herausnehmbaren Zahnersatz. Die Prothese wird am Kiefer mittels Befestigungsklammern an den Restzähnen einspannt. Sie wird insbesondere dann eingesetzt, wenn eine Zahnbrücke nicht mehr ausreicht, um Zahnlücken zu schließen. Die Kosten für eine Klammerprothese sind gewöhnlich etwas höher als für eine Vollprothese, da mehr Anpassungen an den Kiefer notwendig sind. Mittlerweile wird diese Form der Teilprothese seltener gewählt, da andere und günstiger Möglichkeiten gibt.

Eine Klammerprothese kostet zwischen 600 und 1.000 Euro.

Ein Krankenkassenzuschuss liegt auch hier wieder bei 60 bis 75 %. Im Härtefall kann es auch etwas mehr sein. Das heißt, sie müssen bei einer Klammerprothese ohne Zahnzusatzversicherung von einem Eigenanteil von ca. 200 bis 400 Euro rechnen.

Teleskopprothese

Die Teleskopprothese vorab ist der teuerste herausnehmbare Zahnersatz. Die Behandlung ist aufwendig und die Laboranfertigung teurer als bei den anderen vorgestellten Varianten. Eine Teleskopprothese ist eine Variante eines herausnehmbaren Prothese mit einer festsitzenden Halterung. Die Halterung können im Kiefer verbliebene Zähne oder Implantate sein. Die Teleskopprothese ist die “schönste” und angenehm zu tragendste Prothese.

Die Teleskopprothese kostet zwischen 3.000 und 6.000 Euro.

Der Grund für die hohen Kosten ist das Implantate oder Kronen auf den verbliebenen Zähnen notwendig sind. Die Kosten alleine für die Kronen variieren stark von der Anzahl und Art des Materials wie Gold oder einem Nicht-Edelmetall. Generell übernimmt die Krankenkasse nur einen geringen Teil der Kosten. Als Daumenwert können sie von maximal 30 % ausgehen. Hier ist der Krankenkassenzuschuss etwas komplizierter zu berechnen. Deswegen raten wir hier ein Beratungsgespräch bei Ihrem Zahnarzt zu machen.

Tipp: 
Alle Preise hier dienen der Information. Die Preise bei Ihrem Zahnarzt können dennoch grundlegend abweichen. Deswegen ist es wichtig sich über die möglichen Arten von Zahnprothesen sowie deren Kosten zu informieren. Ihr Zahnarzt wird sicher eine Kostenaufstellung für einen geeigneten Zahnersatz erstellen und Sie bestmöglich beraten.

Zahnprothesen Versicherung

Um die Kosten für eine Zahnprothese zu senken, können Sie eine sogenannte Zahnzusatzversicherung abschließen. Teilweise übernehmen Zahnprothesen Versicherungen sogar den gesamten Eigenanteil. Derzeit gibt keine direkte Versicherung für Gebissträger. Jede Zahnzusatzversicherung setzt jedoch andere Schwerpunkte. Deswegen wollen wir Ihnen fünf Kriterien vorstellen, für die Wahl einer für Sie geeigneten Versicherung für Zahnprothesen.

Kriterien für eine gute Versicherung für Zahnprothesen

  1. Erstattungsanteil – Eine Zahnversicherungen sollte mindestens 75 % der Kosten übernehmen. Einige Tarife bieten sogar bis zu 100 % an.
  2. Wartezeit für Leistung – Viele Zahnzusatzversicherungen haben eine Wartezeit von 6 Monaten oder mehr. Es gibt aber auch Versicherungen, welche Ihnen sofort Zahnarztkosten erstatten. Bei der Wahl des Tarifes, achten Sie darauf, was für Sie notwendig ist.
  3. Erstattungsgrenzen – Versicherungen können Höchstgrenzen für Leistungen oder sogenannte Summenbegrenzungen haben. Schauen Sie diese sich vorher genau an. Insbesondere wenn Sie eine Zahnprothese benötigen, können Sie schnell an die Grenze kommen. Deswegen empfehlen wir eine Summenbegrenzung nicht unter 4.000 Euro.
  4. Freie Zahnarztwahl – Auch das ist wichtig. Haben Sie einen Zahnarzt ihres Vertrauens, dann wollen Sie sicher bei ihm bleiben. Achten Sie auf den Zusatz in der Versicherung.
  5. Zusatzleistungen – Überlegen Sie sich, was für Sie in den nächsten 5 Jahren an Maßnahmen zu erwarten sind. Reden Sie vorab auch gerne mit Ihrem Zahnarzt darüber. Wenn Sie wissen, was für Sie relevant ist, hilft es Ihnen eine Versicherung mit den geeigneten Zusatzleistungen auszuwählen.

Für zukünftige Zahnprothesenträger empfehlen wir die Zahnzusatzversicherungen von Dentolo* oder Arag*.

Tipp: Womit können Sie den Eigenanteil für Zahnprothesen in der Zukunft gering halten?

  1. Bonusheft führen – Damit sichern sie sich bis zu 30 % mehr Krankenkassenzuschuss.
  2. Materialkosten – Je nach Material können sie dadurch Geld sparen. Allerdings fragen Sie nach der Haltbarkeit, nicht dass das vermeintlich günstiger langfristig höhere Kosten verursacht.
  3. Eigenanteil – Zahnzusatzversicherung mit keinem oder sehr kleinen Eigenanteil auswählen.
  4. Abschluss Versicherung – Rechtzeitig eine Versicherung für Ihre Zähen abschließen.

Kurz & Knapp – Häufige Fragen

Wie reinige ich meine Zahnprothese richtig?

Für die richtige Zahnprothesen-Reinigung empfehlen wir den Einsatz von Reinigung-Tabs wie von Corega*. Für mehr Tipps zur Reinigung des herausnehmbaren Zahnersatzes schaue mal unter Prothesenpflege für Gebissreiniger nach.

Zahnprothese gebrochen wer zahlt?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen immer nur einen Teil der Kosten für die Reparatur. Selbst, wenn Sie für den Schaden nicht können bleiben Sie auf einem Eigenanteil sitzen. Hier lohnt sich eine Zahnprothesen Versicherung abzuschließen. Prüfen Sie hier bitte unbedingt die AGB in dem Versicherungsvertrag, ob eine solche Leistung enthalten ist.

Vorhandenen Zahnersatz versichern

Auch wenn Sie bereits einen Zahnersatz oder gar Zahnprothese haben, kann sich der Abschluss einer Zahnprothesen Versicherung bzw. einer Zahnzusatzversicherung lohnen. Diese Zahnprothesen Versicherung ermöglicht Ihnen beispielsweise regelmäßige Überprüfungen der Zahnprothese durch Ihren Zahnarzt und eine regelmäßige Erneuerung der Prothese.

Zahnprothese Haftpflichtversicherung

Derzeit ist uns keine spezielle Haftpflichtversicherung für Zahnprothesen bekannt. Wird ihre Zahnprothese allerdings beispielsweise in einem Wohnungsbrand zu schaden, sollte die Haftpflichtversicherung der Wohnung den materiellen Schaden übernehmen.

Zahnprothese verloren welche Versicherung zahlt

Wenn die Zahnprothese aufgrund von Eigenverschulden verloren wird, zahlt die gesetzliche Krankenversicherung keinen Ersatz. Auch bei Zahnzusatzversicherungen ist uns keine seriösen Versicherungen bekannt, die eine solche Leistung anbietet.

Zahnprothese Kosten

Die Kosten für Zahnprothesen setzen sich aus dem Zahnarzthonorar, den Laborkosten und den Materialkosten der Zahnprothese zusammen. Was Ihre Zahnprothese kosten kann, finden Sie oben im Artikel.


Bildnachweis: Beitragsbild “Stethoskop” von Bill Oxford, unsplash.com

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1 Kommentar

  1. Danke für diesen Beitrag zum Thema Zahnprothese. Gut zu wissen, dass so eine Prothese zwischen 500 und 1000 Euro pro Kiefer zu Buche schlägt. Ich informiere mich darüber, da mein Zahnarzt gemeint hat, dass ich über kurz oder lang auch Zahnersatz brauche.

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